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Zu Gast auf dem Birkenhof

Die meisten Menschen beginnen den Tag mit einer Tasse heißem, duftenden Kaffee: Kaffeepulver wird in die Maschine gefüllt, Wasser hinzugefügt und dann einfach angestellt. Dabei vergessen viele, dass es ganz verschiedene Kaffeesorten, Aromen aber auch Zubereitungsmöglichkeiten gibt. Wir haben das Ehepaar Heßmann auf ihrem Bauernhof samt Landcafé und Kaffeerösterei besucht und uns ihre Leidenschaft für das koffeinhaltige Heißgetränk etwas näher angeschaut.

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Frau Nowicki-Heßmann, Sie haben im Jahr 2009 Ihren Birkenhof um ein Landcafé erweitert. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, hier ein Landcafé zu eröffnen?

 Katrin Nowicki-Heßmann: Schon als kleines Mädchen habe ich immer davon geträumt, ein eigenes Café zu besitzen. Und die Voraussetzungen, eine solche Lokalität auf unserem Hof zu eröffnen, waren gut: Mein Vater ist Konditormeister, er backt jeden Morgen frische Kuchen und andere Leckereien. Ich habe Ökotrophologie studiert, anschließend in verschiedenen touristischen Bereichen gearbeitet und mir so die Grundlage dafür geschaffen, selbst ein Café zu führen. Unser Landcafé ist neben den Ferienwohnungen und dem Reitbetrieb ein weiterer Anziehungspunkt für Gäste und Einheimische, die ein leckeres Stück Kuchen genießen und bei einer Tasse frischem Kaffee entspannen möchten. Zudem trägt das Landcafé dazu bei, dass unsere Wohnungen auch außerhalb der Ferien gut gebucht werden.

Einen Ferienbauernhof mit Reitbetrieb, eigenem Landcafé und Rösterei – das hört sich nach viel Arbeit an. Wie sieht Ihr Alltag aus, wie vereinen Sie die Arbeit auf dem Hof, an den Ferienwohnungen, auf dem Reitplatz und im Landcafé?

Nowicki-Heßmann: Wir betreiben unseren Hof und das Landcafé mit echtem Herzblut, wir sind ein Familienbetrieb, das heißt bei uns packen alle mit an. Jeden Morgen sprechen wir ab, wer den Tag über welche Aufgaben übernimmt, bekommen aber zusätzlich auch noch Unterstützung von vielen Helfern aus der Umgebung. Unser Hauptgeschäft ist neben den Ferienwohnungen, die zum Schmallenberger Kinderland gehören, ganz klar das Landcafé. Hier ist es uns - trotz Alltagsstress - ein besonderes Anliegen, den persönlichen Kontakt zu unseren Gästen zu pflegen. Es ist immer jemand von uns vor Ort, der ein offenes Ohr für die Fragen der Gäste hat, denn wir möchten, dass sie sich bei uns wohlfühlen und in die familiäre Atmosphäre eintauchen.

Welche Naschereien kann man in Ihrem Landcafé genießen und was ist der absolute Favorit bei Ihren Gästen?

Nowicki-Heßmann: Wir haben in unserem Landcafé viele leckere, selbstgebackene Kuchen zur Auswahl. Besonders beliebt ist aber der Apfelkuchen mit Mandeldecke, übrigens auch der einzige Kuchen, den es jeden Tag gibt. Denn sonst bieten wir je nach Wetter unterschiedliche Kuchensorten an. So ist Sahnetorte an einem heißen Tag beispielsweise nicht so gefragt.

Haben Sie selbst auch einen Lieblingskuchen, den Sie Ihren Gästen besonders ans Herz legen möchten?

Nowicki-Heßmann: Ich freue mich immer auf die Saisonkuchen, wie zum Beispiel Rhabarberkuchen im Früh- oder Pflaumenkuchen im Spätsommer. Je nach Saison und Wetter überlege ich gemeinsam mit meiner Mutter, welche Zutaten am besten passen und welche Leckereien man daraus herstellen könnte. Anschließend muss mein Vater den jeweiligen Kuchen backen, auf den wir Hunger haben (lacht).

Ihr Landcafé haben Sie dieses Jahr im Mai um eine eigene Kaffeerösterei ergänzt, eine eher ungewöhnliche Einrichtung auf einem Ferienbauernhof. Wie kam es dazu, was hat Sie inspiriert?

Christian Heßmann: Eigentlich hat alles mit einer Anregung von unserem Kaffeelieferanten angefangen, der uns für unser Landcafé besondere Kaffeebohnen empfohlen und bei der Zubereitung von einem Kaffeevollautomaten abgeraten hat. Mit der Zeit habe ich dann selbst meine Leidenschaft für das Getränk und dessen Herstellung entdeckt und die unterschiedlichen Einstellungen an einer neu angeschafften Kaffemaschine ausprobiert, um unterschiedliche Geschmacksrichtungen zu kreieren. Zu dem damaligen Zeitpunkt war ich noch bei der Bundeswehr, habe dort das Weiterbildungsangebot genutzt und einen einwöchigen Barista-Lehrgang absolviert sowie einen Röstkurs angeschlossen. Schon da wusste ich, dass ich irgendwann einmal eine eigene Kaffeerösterei besitzen wollte, obwohl ich von Beruf ja eigentlich Fahrlehrer bin... (schmunzelt). Ich habe mich vom Nicht-Kaffeetrinker zum absoluten Kaffeeliebhaber gewandelt. Also haben wir unseren ehemaligen Aufenthaltsraum renoviert, so dass sich unsere Gäste dort in gemütlicher, aber schicker Baratmosphäre ihren frisch gerösteten Kaffee schmecken lassen können. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Bohnen bei uns zu kaufen.

Welche Kaffeesorten bieten Sie Ihren Gästen in Ihrer Rösterei denn an? Haben Sie selbst einen Lieblingskaffee?

Heßmann: Ich selbst trinke am liebsten täglich einen Espresso. Diesen biete ich natürlich auch meinen Gästen an, sowie einen Cappucino, eine Filtermischung oder sortenreinen Kaffee. Dabei verwende ich die Arabica- und die so genannte Robustabohne, die ich aus unterschiedlichen Anbaugebieten wie zum Beispiel Guatemala, Peru, Kolumbien, Kenia oder Indonesien beziehe. Die Arabicabohne ist gegenüber der Sorte Robusta zwar aromatischer, dafür verwende ich die robustere Bohne – daher übrigens auch der Name –  für den Espresso, um einen Nachhall zu erzeugen. Der Gast hat also den Geschmack des Getränks noch lange auf der Zunge und kann diesen dadurch noch intensiver genießen. Da ich den Kaffee in Handarbeit aus hochwertigen Bohnen herstelle, kann dieser durchaus unterschiedlich schmecken. Ich versuche das Beste aus jeder Kaffeebohne herauszuholen und durch Mischungen die jeweiligen Vorteile zu unterstreichen, denn jedes Herkunftsland hat seinen ganz eigenen Charakter. So hat der kenianische Kaffee eine fruchtige Note und ist nicht ganz so kräftig im Geschmack.

Mit welchen besonderen Techniken rösten Sie Ihre Kaffeebohnen bzw. welche Brühmethoden verwenden Sie, um Ihren Gästen ein unverwechselbares Geschmackserlebnis zu präsentieren?

Heßmann: Ich habe mir einen Röster angeschafft, der fünf Kilo Bohnen auf einmal fasst. Der Röstprozess dauert in der Regel so 12 bis 20 Minuten und beginnt mit dem so genannten „First Crack“, das heißt, die Bohne platzt auf. Je länger ich die Kaffeebohnen röste, desto dunkler werden sie. Ich unterscheide also zwischen einer hellen und einer dunklen Röstung, die sich in ihrem Geschmack später klar unterscheiden. Während sich bei einer hellen Röstung nicht ganz so starke Bitterstoffe herausbilden, aber die Säure deutlicher hervortritt, schmecken die dunkler gerösteten Bohnen kräftiger und enthalten mehr Bitterstoffe. Die Kaffeebohnen aus Südamerika haben hier den Vorteil, dass sie sich für beide Röstmethoden eignen. Nach dem Rösten beginne ich dann mit dem Brühvorgang. Auch hier wähle ich je nach Kundenwunsch die passende Methode aus, denn jeder Brühvorgang bringt ein anderes Aroma hervor. Ich kann sowohl mit dem Handfilter, der Stempelkanne, einer Siebträgermaschine oder verschiedenen anderen Apparaturen wie dem so genannten Syphon oder der Aero Press köstlichen Kaffee aufbrühen. Dabei experimentiere ich zusätzlich mit unterschiedlichen Mahlgraden des Kaffeepulvers und der zugegebenen Wassermenge. Auch die Temperatur des Wassers ist für den späteren Geschmack entscheidend. Aber ich möchte hier nicht zu viel verraten, denn die Gäste sollen sich vor Ort selbst ein Bild machen und die wunderbare Vielfalt der Zubereitung erleben.

Sie bieten Ihren Gästen also nicht nur den Genuss von leckerem Kuchen und frisch geröstetem Kaffee an, sondern geben darüber hinaus auch Seminare. Was erwartet die Besucher, was können sie in einem solchen Kurs lernen?

Heßmann: Ja, bei uns können die Besucher nicht nur die zahlreichen Varianten der Röst- und Brühvorgänge hautnah miterleben, sondern auch selbst aktiv werden. Nachdem sich die Gäste bei einem Stück Kuchen in unserem Landcafé gestärkt haben, können sie in der Rösterei je nach Wunsch zwischen zwei Seminaren wählen und sich so ein interessantes, mehrstündiges Nachmittagsprogramm zusammenstellen. Wir bieten einerseits ein einstündiges Einführungsseminar an, in dem ich den Besuchern zunächst das Thema Kaffeekunde näher bringe, also auf die Herkunft sowie den Anbau des Kaffees eingehe und dann eine Röstung vorführe. Natürlich können die Besucher auch Fragen stellen und den Kaffee probieren. Bei dem fünfstündigen Intensivkurs für eine Gruppe von maximal fünf Leuten schließt sich an die theoretische Einführung das „Cupping“ an, eine Geruchsbeurteilung des Kaffees in unterschiedlichen Stadien, beispielsweise in Pulverform zunächst ohne, später mit Wasser übergossen. Da gerade Anfänger die wahrgenommen Aromen noch nicht richtig beschreiben können, nehmen wir das so genannte Aromarad zur Hilfe, welches einen Überblick über die Vielfalt der unterschiedlichen Düfte bietet. Gerne gestalte ich diesen Kurs auch flexibel nach dem Wunsch der Teilnehmer. Wollen diese beispielsweise etwas über die Zubereitung des perfekten Espressos wissen, passe ich den Lehrgangsinhalt entsprechend an und lasse das Cupping weg.

Vielen Dank für das Gespräch.

Adresse:

Birkenhof
Heustraße 19
57392 Schmallenberg-Holthausen

Reisedatum nicht bekannt

 

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